Neue "intelligente Ampeln" in Hamburg
Im 14. ADAC-Städtewettbewerb zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse wurden die innovativsten Konzepte zur Steigerung der Luftqualität gesucht, die dabei die Mobilität der Bürger nicht einschränken. Die Freie und Hansestadt Hamburg ist in diesem Jahr in der Kategorie "Verkehr flüssiger gestalten" mit dem Bundessieger- Preis ausgezeichnet worden. Teil der Hamburger Bewerbung war die Verkehrsadaptive Netzsteuerung BALANCE, die von GEVAS software im Auftrag der Baubehörde Hamburg in den Jahren 2004 und 2005 eingerichtet wurde.
Saubere Luft ist ein wesentlicher Aspekt städtischer Lebensqualität, besonders angesichts hoher Stickoxid- und Feinstaubkonzentrationen. Staus, stockender Verkehr oder unnütze Wartezeiten an roten Ampeln sind nicht nur ärgerlich für alle Verkehrsteilnehmer, sondern verursachen durch Zeitverlust, höheren Spritverbrauch, Abgas- und Lärmbelastung neben der Luftverschmutzung auch beträchtliche volkswirtschaftliche Schäden.
Eine Verkehrsadaptive Netzsteuerung, wie sie in Hamburg zum Einsatz kommt, ist das effektive Mittel, um die schädlichen Erscheinungen des Verkehrs zu reduzieren und die vorhandene Infrastruktur bestmöglich zu nutzen. Bei gleichmäßiger fließendem Verkehr sinken Schadstoffausstoß und Benzinverbrauch, wodurch gleichzeitig Luftqualität und Mobilität steigen. Im Hamburger Pilotprojekt kontrolliert BALANCE ein hochbelastetes Gebiet mit 13 Lichtsignalanlagen, deren Hauptknoten täglich von 90.000 Fahrzeugen durchfahren wird. BALANCE optimiert alle 5-15 Minuten die Grünen Wellen anhand der prognostizierten Verkehrsbelastung. Dies basiert auf einem Verkehrsmodell und jeder Menge Mathematik!
Der Erfolg des Projekts hat alle Erwartungen übertroffen: im Vergleich zur herkömmlichen verkehrsabhängigen Knotenpunktsteuerung konnte die Reisegeschwindigkeit um durchschnittlich 10% (in Stoßzeiten sogar um 20%!) erhöht, die Zahl der Halte und die Wartezeiten dagegen um 30% gesenkt werden. Hochgerechnet bedeutet dies: Jährlich werden 560.000 Liter Kraftstoff gespart und es wird ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 1,5 Millionen Euro erzielt. Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Verkehrsadaptive Netzsteuerung in Hamburg derzeit weiter ausgebaut (Wandsbeker Markt und umgrenzendes Gebiet).
GEVAS software wird in nächster Zeit in einer Reihe von Forschungsprojekten zeigen, dass z.B. die Feinstaubbelastung in Innenstädten durch Verkehrsadaptive Netzsteuerung wesentlich gesenkt werden kann.
Pressemitteilung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg

