NONSTOP-GA
Grüne Wellen gehören zu den wichtigsten Instrumenten der Verkehrssteuerung, sind aber auch am schwierigsten zu planen. In städtischen Straßennetzen, die immer mehrere Querwellen und koordinierte Abbiegebeziehungen enthalten, verliert man bei manueller Planung sehr schnell den Überblick, und Software mit Optimierungs-Algorithmen ist im Grunde nur für lineare Verkehrsströme geeignet.
Dabei ist klar, dass man immer das ganze Netz betrachten muss, um eine optimale und effiziente Steuerung zu erreichen. Die komplizierte Kleinarbeit bei der Planung konnte dem Verkehrsingenieur bisher kein Computer abnehmen.
Um hier Abhilfe zu schaffen und damit eines der zentralen Probleme der Verkehrstechnik zu beheben, entwickelten GEVAS software, das Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Regensburg und der Lehrstuhl für Verkehrstechnik der TU München die Idee für RATISBONA-opt. Ratisbona ist ein alter römischer Name für Regensburg, Ziel des Projekts war ein neuartiges Konzept zur optimalen Steuerung grüner Wellen im Stadtverkehr. Zusammen gelang es uns, die Bayerische Staatsregierung zu überzeugen, das Projekt im Rahmen der High-Tech-Offensive der Staatskanzlei zu fördern.
Das Ergebnis ist eine völlig neue Methode zur Offline-Optimierung grüner Wellen. Die verkehrsadaptive Netzsteuerung BALANCE wurde mit dem bekannten Verkehrsingenieur-Arbeitsplatz CROSSIG und einer weiterentwickelten Version der Mikrosimulation NONSTOP verknüpft. NONSTOP-GA ist ein technisch innovatives Programm, das ein System genetischer Algorithmen namens GALOP verwendet. Damit lassen sich grüne Wellen auch in komplexen städtischen Verkehrsstrukturen optimal steuern. Im Gegensatz zu bisherigen Programmen werden die bestmöglichen Lösungen nicht analytisch kalkuliert, sondern entwickeln sich selbst in einem evolutionären Prozess: die Möglichkeiten zur Koordinierung werden so lange verändert und wiederholt, bis am Ende die beste - oder fitteste - Lösung übrig bleibt. Die verbesserte Steuerung der grünen Wellen verringert unnütze und ärgerliche Wartezeiten an roten Ampeln, was sich wiederum positiv auf den Benzinverbrauch auswirkt und die Belastungen durch Feinstaub, Abgase und Verkehrslärm reduziert. Der volkswirtschaftliche Nutzen durch verkürzte Wartezeiten und verbesserte Luftqualität ist empirisch nachweisbar.
Die inzwischen abgeschlossene Testphase auf einer stark befahrenen Straße im Zentrum von Regensburg verlief sehr erfolgreich, wie man auch in der Mittelbayerischen Zeitung nachlesen konnte.

