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GEVAS software
Systementwicklung und Verkehrsinformatik GmbH
Nymphenburger Straße 14
D-80335 München

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E-Mail: kunde@remove-this.gevas.de

Glossar

Wichtige Fachbegriffe, bei GEVAS software häufig verwendet.

Aktor

Ein Aktor ist eine technische Einrichtung, über die ein Verkehrsmanagement-System strategische Maßnahmen auf die Straße bringt. Aktoren sind zum Beispiel eine Vario-Anzeigetafel, ein Wechselwegweiser über der Autobahn oder die signalisierten Knotenpunkte einer verkehrsadaptiven Netzsteuerung.

BALANCE

BALancing Adaptive Network Control MEthod – Verkehrsadaptive Netzsteuerung von GEVAS software.

C2X-Kommunikation

Kommunikation zwischen einem Fahrzeug und der umgebenden Infrastruktur. Das dient der Fahrsicherheit, wenn beispielsweise das Auto den Fahrer vor einem plötzlich auftretenden Hindernis warnt, oder verbessert den Verkehrsfluss, wenn die Ampel dem Auto mitteilt, wann sie auf Rot umschaltet. Projektbeispiele sind TRAVOLUTION und simTD.

Detektor / Sensor

Technisches Gerät, das die Anwesenheit eines Verkehrsteilnehmers „aufspürt“ und auch weitere Eigenschaften messen kann, zum Beispiel die Fahrgeschwindigkeit. Der bekannteste Detektor ist der Schleifendetektor. Eine Drahtschleife wird in die Fahrbahn eingelassen und unter Strom gesetzt. Durch das Induktionsfeld registriert eine elektronische Auswerteinheit, wenn ein metallischer Körper in der Nähe ist.

Dynamische Fahrgastinformation

Anzeigesystem an Haltestellen, das die Fahrgäste über die tatsächlichen Ankunftszeiten von Trams, Bussen oder Bahnen informiert.

EPICS

Entire Priority Intersection Control System – Adaptives Steuerungsverfahren für Einzelknoten von GEVAS software.

Genetische Algorithmen

Evolutionäres mathematisches Optimierungsverfahren, das die Prinzipien der biologischen Genetik nachvollzieht und empirisch beste Lösungen im Sinne einer maximalen Fitness erzeugt. Bei der Netzsteuerung ist das die bestmögliche Grüne Welle für ein Straßennetz.

GIS

Geographisches Informationssystem, das Objekte und Informationen auf Karten verortet bzw. referenziert.

GPS

Global Positioning System

Grüne Welle

Zeitliche Abstimmung der Signalprogramme an Knotenpunkten – also Ampeln an Kreuzungen –, so dass bei Einhaltung der zulässigen Fahrgeschwindigkeit ein Pulk an Fahrzeugen ohne Halt die Strecke passieren kann.

Individualverkehr / IV

Zum IV zählen der nichtmotorisierte (Fußgänger, Radfahrer) und der motorisierte Individualverkehr (Autos). Jeder Verkehrsteilnehmer verfügt also über sein eigenes Transportmittel.

ITS

Intelligent Transport Systems - Oberbegriff für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, um den Verkehr intelligent und effizient zu steuern, zum Beispiel im Verkehrsmanagement.

Knotenpunkt

Kreuzung, mit oder ohne Lichtsignalanlagen.

Lichtsignalanlage / LSA

Fachausdruck für Verkehrsampel. Die Lichtsignalanlage besteht aus einem elektronischem Steuergerät, der Verkabelung und den Signalgebern, die an Masten oder Auslegern montiert sind. Das Steuergerät setzt sich aus einem Steuerteil (heute mit Mikroprozessoren aufgebaut) und einem Lastteil zusammen. Das Lastteil umfasst die Signalschalter und die Detektoren.

Netzsteuerung

Verfahren zur Schaltung Grüner Wellen im Netz. Die Netzsteuerung hat den Anspruch, eine Zielfunktion für das ganze Netz innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls zu optimieren. In die Zielfunktion gehen drei Kriterien ein: Summe der Wartezeiten aller motorisierten Verkehrsteilnehmer, Anzahl der Halte, Gesamtreisezeit. Ein Optimum bedeutet, die Grünen Wellen so zu berechnen, dass die drei Kriterien aus Sicht aller Fahrzeuge minimiert werden.

Öffentlicher Verkehr / ÖV

Verkehrs- und Mobilitätsdienstleistungen, die für alle Menschen zugänglich sind. Ein Teil des öffentlichen Verkehrs ist der ÖPNV.

OCIT

Open Communication Interface for Traffic Systems; Schnittstellen- und Kommunikationsstandard in Deutschland, Österreich und der Schweiz, der den Aufbau von Systemen mit Komponenten verschiedener Hersteller ermöglicht.

ÖPNV

Öffentlicher Personennahverkehr auf Straße oder Schiene im Nahbereich, zum Beispiel Busse und Trambahnen.

ÖPNV-Beschleunigung / -Priorisierung

ÖPNV-Beschleunigung bedeutet, dass Busse und Straßenbahnen an Ampeln bevorzugt werden, also von einer günstigen Signalschaltung profitieren. Für die Fahrgäste verkürzen sich die Reisezeiten und Anschlüsse werden sicherer erreicht. Für Verkehrsbetriebe ergeben sich handfeste wirtschaftliche Vorteile: wenn z. B. einzelne Fahrzeiten kürzer sind, brauchen weniger Fahrzeuge eingesetzt zu werden. Das verkehrsadaptive Steuerungsverfahren EPICS von GEVAS software bewerkstelligt die Beschleunigung durch mathematische Optimierung.

Optimierungsverfahren

Mathematische Methoden, die ein Optimum in einem vorgegebenen Lösungsraum finden. Das Optimum bedeutet bei der Netzsteuerung, dass die gesamten Wartezeiten und Halte im Straßennetz minimiert werden. Der Lösungsraum ist die Summe aller denkbaren Signalschaltungen an den Kreuzungen.

Phase

Zu einer Phase werden die Verkehrsströme und die steuernden Signalgruppen zusammengefasst, die zueinander nicht feindlich sind, sich also nicht überschneiden, und die gemeinsam freigegeben werden sollen.

RBL / ITCS

Ein Rechnergestütztes BetriebsLeitsystem oder - neuer - Intermodal Transport Control System im ÖPNV ist die „Kommandozentrale“ eines Verkehrsbetriebs. Das RBL realisiert die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Leitstelle. Zu den Aufgaben eines RBL gehören die Betriebsüberwachung und die Einsatzsteuerung. GEVAS software bietet ein RBL-System „light“, das mit Smartphones oder PDAs funktioniert. In den ÖPNV-Fahrzeugen sind also keine fest eingebauten Geräte nötig.

Signalprogramm

Das Signalprogramm ist die Anweisung, in welcher Folge definierte Phasen innerhalb eines zeitlichen Umlaufs geschaltet werden sollen.

Steuerungsverfahren

Unter Steuerungsverfahren fasst man sämtliche Verfahren zur Lichtsignalsteuerung zusammen. Steuerungsverfahren unterscheiden sich in Bezug auf Lage und Dauer der Freigabezeiten (also „Grün“) für die signalisierten Verkehrsströme: Festzeitsteuerung mit stets festem Ablauf; Freigabe von einzelnen Verkehrsströmen auf Anforderung; verkehrsabhängige Steuerung mit Freigabemodifikation und ÖPNV-Beschleunigung; adaptive Steuerung mit vorausschauender Optimierung von Phasenfolgen.

Strategiemanagement

Strategiemanagement ist die Auswahl, Abstimmung, Aktivierung, Überwachung und Aufhebung vorab entwickelter Verkehrsmanagement-Strategien. Es dient der vorausschauenden Bewertung des Verkehrszustandes, der möglichen Vermeidung von erwarteten Verkehrsproblemen (Prävention) und der kooperativen Lösung eingetretener Störungen. Eine Strategie ist dabei ein vorab festgelegtes Handlungskonzept für das Ergreifen von Maßnahmen, die eine bestimmte Situation verbessern. Die Situation ist dabei die Summe von definierten Ereignissen (zum Beispiel Baustellen), Problemen und weiteren relevanten Zuständen. Das Szenario stellt die Kombination aus einer Situation und einer für diese Situation entwickelten Strategie dar.

Verkehrsabhängig

Ein Verfahren zur Lichtsignalsteuerung ist verkehrsabhängig, wenn das geschaltete Signalprogramm von einzelnen Messwerten (Detektordaten) abhängt, z.B. Anforderung, Zeitlücke, Belegung.

Verkehrsadaptiv

Ein Steuerungsverfahren ist adaptiv, wenn es vorausschauend und aktiv Veränderungen in der Verkehrsbelastung berücksichtigt. Vorausschauend heißt, dass auf der Basis einer momentanen Verkehrslage eine Prognose auf die zu erwartenden Verkehrsströme gerechnet wird.

Verkehrslage

Indikator für die Belastung einzelner Abschnitte eines Verkehrsnetzes. Wird oftmals als „Level of Service“ beschrieben: vereinfachte Kategorisierung der Situation auf einer Strecke, die auch aus den Verkehrsmeldungen im Radio bekannt ist, z. B. frei fließend, zähfließend, Stau.

Verkehrsmanagement

Unter Verkehrsmanagement verstehen wir den integrierten Einsatz von Verkehrssteuerung und Verkehrsinformation. Das Ziel ist, die vorhandene Straßeninfrastruktur so gut wie möglich zu nutzen. Das bedeutet, vorausschauend freie Kapazitäten im Verkehrsnetz zu erkennen, den Verkehrsteilnehmern aktuelle Verkehrsinformation anzubieten und den Verkehr strategisch zu steuern. Im Verkehrsmanagement gibt es viele verschiedene Instrumente, zum Beispiel die Signalsteuerung, Anzeigetafeln, Wechselwegweiser oder Verkehrsinformation in Radio, Internet und Navigationsgeräten.

Verkehrsmodell

Mathematisches Verfahren, um von einzelnen Messwerten auf die Verkehrslage im gesamten Netz zu schließen.

Verkehrsnetz

Straßennetz, das vom Individualverkehr und vom öffentlichen Verkehr befahren werden kann. Das Netz ist aufgebaut aus Knotenpunkten und Streckenabschnitten, die wiederum in Kanten zerlegt werden. Die Modellierung eines Verkehrsnetzes ist die grundlegende Aufgabe jeder Verkehrssimulation.

Verkehrsrechner

Ein Verkehrsrechner zentralisiert alle Bedien- und Betriebsfunktionen der Lichtsignalanlagen einer Stadt. Der Verkehrsrechner ist die betriebliche Leitzentrale für die angeschlossenen Lichtsignalanlagen und weiterer Feldgeräte (z. B. Wechselverkehrszeichen). Einzelne Komponenten des Verkehrsrechners übernehmen auch Funktionen der Steuerungsebene (z. B. Netzsteuerung) oder sie dienen der Sammlung, Aufbereitung und Archivierung von Detektionsdaten.

Verkehrssteuerung

Umfasst Lichtsignalsteuerung – also Ampelschaltung -, Beschilderung und Verkehrsanzeigen, zum Beispiel Verkehrsleitsysteme. Sie dient vor allem der Verkehrssicherheit, wird aber auch, wie in TRAVOLUTION, für die Optimierung der Kapazitäten genutzt.

Workflowsystem

Softwaresystem, das eine freie Bildung von Abläufen durch die Anwender und ihre maschinelle Abarbeitung – bei voller Benutzerinteraktion – zulässt. Es hält formalisierte und vorab definierte Workflows vor, führt ausgewählte Workflows aus, und speichert sämtliche ausgeführten Verkehrsmanagement-Strategien. Workflows bestehen aus zeitlich und räumlich gestaffelten Entscheidungspunkten, die Maßnahmen und Meldungen auslösen können. Sie können in freier Abstufung vollständig automatisch ablaufen oder vom Bedienpersonal gesteuert sein. Ein Workflow-System deckt alle Anforderungen komplexer Strategien ab, wie sie z. B. typisch für Ballungsräume sind, und lässt dabei ausreichend Raum für manuelle Eingriffe, wie sie in den nicht immer vorauszusehenden Situationen des realen Verkehrsgeschehens oft notwendig werden (Entscheidungshilfe-System).